Gerne nütze ich die Winterpause am Bau der Backschule, um Ihnen meine beiden neuen Menüpunkte (kommen in Kürze), BackenMitDir „unterwegs“ und Kusvortragende, mit diesem Artikel über meine Kollegin, Konditomeisterin Eva Hansalik, mit der ich auch vor vielen Jahren zusammenarbeiten durfte, anzukündigen.

Ich freue mich auch sehr, das Eva, die, nach vielen erfolgreichen Jahren in der K & K Hofzuckerbäckerei Demel, nun seit längerem als Produktionsleiterin bei Altmann & Kühne tätig ist, mir auch als zukünftige Kursvortragende, bei BackenMitDir.at, zur Verfügung stehen wird.

Vor einiger Zeit, hat mir meine Kollegin Eva, Ihren Lebensweg, per Mail zukommen lassen und diesen würde ich Ihnen jetzt gerne 1:1 wiedergeben:

Lieber Michael! – „Eva Gisela Maria Hansalik – Mein Leben als Konditormeisterin“

Ich wurde als drittes Kind, einer in Wien lebenden Arbeiterfamilie geboren. Ich wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf und doch war es sicher der Wegweiser in meinem Leben.

Wir mussten schon in früher Kindheit zu Hause mitarbeiten, was für meine Schwester und mich bedeutete: „Geschirr abwaschen, Obst ernten, Marmelade einkochen und ähnliches. Mit elf Jahren übernahm ich im Hause Hansalik „das Backen“! Es machte mir immer großen Spaß! Hatte ich doch bei meinen Großeltern die grundlegenden Fertigkeiten erworben, die ich auch im späterem Leben brauchen konnte – den Anfang, der gelernten Konditorin in unserer Familie, setzte ich.

Mein Opa backte für uns zum Namenstag immer Gugelhupf und Omi alles andere, wie etwa Apfelstrudel. Es gab und gibt bei uns eine Torte, welche nur in unserer Familie gebacken wird und ich noch nie wo anders gesehen habe.

Während ich das Gymnasium besuchte, fand ich mehr Spaß am Backen, als am Lernen und so begann ich 1978, nach erfolgreicher Aufnahmeprüfung, meine Lehre in der K & K Hofzuckerbäckerei Demel. Es war für mich einfach schön dort zu arbeiten. 1981 schloß ich mit der Lehrabschlußprüfung ab und 1985 entschloß ich mich, nach vierjähriger Praxis bei Demel (damals noch notwendig), die Meisterprüfung zu machen. Meine Schwester hatte inzwischen maturiert und studierte schon eifrig und so fand auch ich, das die Meisterprüfung, ein toller Abschluß meiner Ausbildung sei. Ich bin sehr stolz darauf, da zu diesem Zeitpunkt, es nicht selbstverstädnlich war, mit der Meisterprüfung abzuschließen.

Da ich auch im Fachausschuß der Wiener Zuckerbäcker bin, konnte ich mich als Prüferin zu Lehrabschlußprüfungen nominieren lassen und dies brachte mich auch fachlich weiter. Ich wurde Jurorin bei Berufswettbewerben und half bei Vorbeireitungskursen mit. Seit ungefähr 10 Jahren leite ich selbst die mündlichen Vorbereitungskurse, zur Lehrabschlußprüfung.

Mein Interesse an dem Beruf der Konditorin, war für mich nun zur Berfung geworden. Ich bin zwar nicht viel unterwegs gewesen, da ich geheiratet und zwei Söhne bekommen habe, trotzdem habe ich nie aufgehört, mich für das Fach zu interessieren. Durch das Lesen vieler Fachbücher, konnte ich mein Wissen ausbauen. Viele Freunde und Bekannte, welche auch in der Branche arbeiten und Interesse zeigen, machten mir es leicht, am neuesten Stand zu bleiben.

Nach der Karenz 1996, fing ich bei der Confiserie Altmann & Kühne zu arbeiten an und übernahm später die Produktionsleitung der Bonbonserzeugung. In dieser Traditionsfirma, wird wirklich noch altes Handwerk gelebt!

Einer meiner beiden Söhne, hat auch die Lehre zum Bäcker und Konditor (Doppellehre möglich) gemacht. Mußte diese nach der Abschlußprüfung leider aufgeben. Er leidet an einer Weizenallergie. Da er seinen erlernten Beruf immer schon sehr gerne ausgeübt hat, lässt er diesen, in seine jetzige Ausbildung einfließen.

Konditorin – Beruf und Berufung – es bestimmt mein Leben!

Bei uns zuhause ist „Konditor gestern, heute und morgen“ immer ein Thema. Einen Urlaub ohne die am Weg liegenden Konditoreien zu besuchen, gibt es für mich nicht. Weihnachten ohne Vanillekipferl unvorstellbar – da warten meine Söhne schon sehnsüchtig darauf! Im Sommer wird Marmelade eingekocht und Apfelstrudel gebacken und eigentlich bin ich wieder dort angelangt, wo in meiner Kindheit alles begonnen hat.

Mit vielen lieben Grüßen, Deine Kollegin

Eva