…… und seiner Musik bin ich eigentlich nicht wirklich. Da kommt Tschaikowsky, Smetana, Dvorák oder Rachmaninow, meiner slawischen Seele wesentlich näher!

Entgegengesetz verhält sich dafür aber meine Liebe zur Mozartkugel. Und wenn ich von Mozartkugeln spreche, dann meine ich nur die von der Konditorei Fürst!! Denn alle anderen handgemachten können mit der originalen von Fürst nicht mithalten. Und alle maschinell hergestellten Mozartkugeln, haben ja eigentlich mit einer Mozartkugel, gar nichts mehr zu tun.

Immer wieder, habe ich in meinen Jobs versucht Mozartkugeln, möglichst nahe am Original herzustellen. Immer wieder mit kleinen Veränderungen. Mal mit mehr Erfolg, mal mit weniger Erfolg. Auch in meinen Seminaren, war ich mit meinen Mozartkugeln, relativ erfolgreich. Für mich persönlich allerdings weit weg, von dem Genuß, den man verspürt, fühlt, einem die Glückshormone nur so runter kullern lassen, wenn man in eine original Morzartkugel von der Konditorei Fürst beißt!

Bei meinem ersten persönlichen Workshop nach dem langen Lockdown, vor kurzem mit einer Dame aus Leipzig, habe ich mir vorgenommen, Mozartkugeln herzuführen, die genauso fantastisch schmecken, wie die originalen von Fürst aus Salzburg. Irgendwie hatte ich schon länger so eine Ahnung in mir, wo das eigentliche Geheimnis in der Rezeptur der Mozartkugeln von Fürst verborgen ist. Tja, was soll ich schreiben! ….. es war einer der Tage in der Backstube, die ich immer wieder in meinem Leben gehabt hatte. Voller Glücksgefühl, voller Hochachtung vor meiner Zunft und all den Zuckerbäckern vor mir, voller Freude und wenn nicht die Dame aus Leipzig anwesend gewesen wäre, wären mir sehr wahrscheinlich, ganz viele Tränen die Wangen runtergekullert – aber wirklich!

Meine Mozartkugel schmeckt nicht nur genauso toll, wie die originale von Fürst in Salzburg – mein jüngerer Sohn meinte sogar, sie schmeckt noch besser –  sondern und das war nicht einmal von mir beabsichtigt, diese haben auch noch genau die selbe Größe und das selbe Mengenverhältnis von Pistazienmarzipan und „Nougat“.

Ob ich diese einzigartige Rezeptur, jemals wieder in einem meiner Seminare verwenden werde, ehrlich gesagt ich weiß es noch nicht. Ob ich diese einzigartige Rezeptur, so im Original wie hier auf den nachfolgenden Fotos zu sehen, jemals publizieren werde – auch das kann ich im Moment nicht mit ja oder nein beantworten!

In jedem Fall verneige ich mich tief und das tue ich generell ganz ganz selten, vor allen bereits verstorbenen Zuckerbäckern unseres schönen und auch kulinarisch so wertvollen Österreich. Ich verneige mich vor jenen Zuckerbäckern, die unsere Zunft, unser Handwerk noch als „die süße Kunst“ beherrscht hatten!

Michael Mantl-Mussak

PS: am letzten Foto in der Galerie sieht man oben, eine durchgeschnittene Mozartkugel von Fürst und unterhalb, eine von mir hergeführte.