Teresa, hat sich als Valentin von ihrem Mann, einen persönlichen Workshop mit mir gewünscht. Grundkenntnisse im Schokolade – Basteln, haben wir diesen benannt. Denn nichts anderes ist es eigentlich!

Fünf wichtige Faktoren sind dabei zu beachten: Erstens, ein gutes Auge für Proportionen. Das kann man kaum erlernen, tut mir leid, das hat man oder auch nicht. Zweitens, man muß das Werkstück bildlich in seiner Fantasie sehen und auch in einzelne Teile bzw. Arbeitsschritte zerlegen können. Schon als kleiner Junge habe ich alles was mir in die Hände gekommen ist, zerlegen müssen. Die Konstruktion dahinter war und ist das Interessante. Drittens, die Materialkunde! Ob Schokolade, Marzipan, Holz oder Metall. Wenn ich weiß, wie sich mein Rohstoff verhält, dann kann ich daraus meine Idee umsetzten – allerdings wirklich nur dann. Viertens, Geduld – und da sind wir bei einem Faktor, mit dem zumindest ich, nicht gesegnet bin und doch ist es ganz entscheidend. Z.B.: bei Schokolade – exakt zu temperieren, abzuwarten bis die Schokolade auskristallisiert ist, manchmal auch der Schokolade über Nacht Zeit, für´s richtige Aushärten geben, sauber Arbeiten, Späne wegkehren, immer wieder die Arbeitsflächen säubern und und und. Fünftens, das

Michael Mantl-Mussak / backen mit dir

eine Skizze ist immer hilfreich

Wissen, das manche Proportionen in Schokolade oder Marzipan durchaus übertrieben werden müssen, um überhaupt zu wirken!

Ja! und noch eines ist ganz entscheidend! Man darf sich von nichts und Niemanden beirren lassen. Oftmals dauert es drei, vier Tage oder auch länger, bevor Betrachter an Ihrem Werkstück erkennen können, was Sie schon von Anfang an sehen! Wie oft wurde schon hinter meinen Rücken gemeckert: „Na, ob das was wird?“ oder „Ich glaub, jetzt hat er sich zuviel zugetraut!“ – und genau diese Leute sind dann wieder und wieder „verbal“ vor mir auf den Knien gelegen, mit Kommentaren wie: „Du bist genial!“ oder „Wie hast Du das nur wieder geschafft – toll!“ Alles bla bla bla! Überhören Sie die schlechten und hören Sie nur vorsichtig auf die guten Kommentare! Sind Sie ruhig selbst verliebt in Ihr Werkstück, aber auch, ganz wichtig, seien Sie Ihr eigener schärfster Kritiker. Das klappt bei mir seit meiner Kindheit. Wenn ich als Kind, etwas aus Lego, Matador oder Fischertechnik gebaut hatte und es mir nicht gefallen hat, dann habe ich es eben wieder zerlegt und so lange herumprobiert, bis es „mir“ gefallen hat. Und gerade Schokolade, kann man immer wieder einschmelzen, neu temperieren und neu gießen – solange bis es für „Sie“ paßt!

In diesem Sinne, viel Geduld, Freude am Handwerken und ein tolles Gelingen, wünscht Ihnen

Ihr

Michael Mantl-Mussak