Als mich Michaela bei einem unserer Seminare, gefragt hatte, ob wir nicht ein Pinzenseminar kurz vor Ostern machen könnten, war ich anfangs gar nicht so begeistert. Ich hatte die Sorge, das Pinzen nicht wirklich ein fachlich aufregendes bzw. ansprechendes Seminar werden könnte. Also habe ich gegrübelt, wie ich den dieses Seminar so gestaltet könnte, dass dieses Thema mehr hergibt, als ich Anfangs dachte. 

Die Lösung hierfür war dann eigentlich recht einfach. Da ich ja selbst gerne Konditoreien besuche, um Süßes zu genießen und ich mich immer über Pinzen ärgere, in denen entweder Orangeat, Mandelstifte (oder beides) bzw. noch schlimmer Anis (uff!), mit eingewirkt ist, war es an der Zeit, geschmacklich genüßlichere Zutaten zu finden. Somit bin ich recht schnell bei frisch gewürfelten  Äpfeln und Schokoladentropfen gelandet!

Michaela und Stefan

Den Pinzenteig haben wir auch noch ein bisschen mit „mehr“ Butter und „mehr“ Dotter aufgewertet und somit schon fast zum französischen Briocheteig hochdeklariert.

Pinzenteig,  ist ein Hefeteig, der mit einem Dampfl (Vorteig) hergestellt wird, damit der Teig nicht nur schön porig sondern auch gärstabil bleibt. Es ist ein Teig der leicht warm hergeführt wird und daher während des Verarbeitungsprozesses nie wirklich kalt werden sollte. Ich persönlich versuche immer alles Zutaten inklusive Mehl, leicht anzuwärmen, um so dem Teig von Beginn an die richtige Wohlfühl -Temperatur zu ermöglichen. Jeder der Osterpinzen kennt und mag, weiß das die Optik eigentlich das besondere an der Pinze ist. Sprich der gegarte Teig, wird kurz bevor die Pinzen in den Ofen geschoben werden, dreifach eingeschnitten.

ÜBRIGENS! Unsere Osterpinzen kommen eigentlich aus der Gegend rund um Venedig, sowie dem Gebiet Richtung Slowenien (Friaul) und sind dort ein typisches Gebäck in der Weihnachts- und Neujahrszeit.

In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Tag bzw. Abend und vor allem gutes Gelingen,

Ihr

gelernter Zuckerbäckermeister

Michael Mantl-Mussak

PS.: Danke für die Fotos!!!!