Schmunzelnd sitze ich hier vor meinem Bildschirm, mit der Erkenntnis, das mein nunmehr 81 jähriges Jugendidol, Hannes Schrimpf, Montag, den 19. Juni, in einer grandiosen 6 stündigen Vorführung bei Backen mit Dir es geschafft hat, dass ich mich erstmals als kleiner fachlicher Wurm und wie ein Lehrling gefühlt hatte!

Doch bevor ich Ihnen mehr, von all dem schreibe, einige Bilder zum Staunen und eine kurze Erklärung, worum es denn an diesem Montag, fachlich gegangen ist. 1981, als ich mit meiner Lehre begonnen hatte, gab es in Wien zwei Konditormeister (Zuckerbäcker), die berühmt für ihr Können in Sachen „figurierter Windmasse“ waren. Einer arbeitet in der Café-Konditorei Heiner und Hannes Schrimpf, in der Backstube der Café-Konditorei Walter Schmohl, im 1. Wiener Gemeindebezirk (Fleischmarkt 16  – heute Diglas).

Ja, ich kann nur hoffen, dass alle von Ihnen, nur halb so begeistert sind wie ich! Vor der Kunst des Könners Hannes Schrimpf und vor der Leistung, auch mit 81 Jahren, noch so perfekt und mit soviel Liebe, kunstvoll Handwerken (zaubern) zu können.

Hannes Schrimpf, vom Lehrlingsanwärter zum Meister

auch spät Abends noch voller Elan und Freude: „Hannes Schrimpf“

Anfang bzw. Mitte der 50er Jahre, begann in Österreich, Dank des Marshall Plan zum Wiederaufbau und vor allem Dank der vielen wieder auferstandenen kleinen und mittleren österreichischen Handwerksbetriebe, die übrigens uns und unserer Wirtschaft, heute „2017“ gravierend fehlen, langsam aber sicher, die Zeit des Wirtschaftswunders und der 3 goldenen Handwerksjahrzehnte. Eine Lehrstelle damals, bedeutete, in eine gesicherte Zukunft zu investieren. Öfters mußte man auch auf einen Lehrplatz, ein oder zwei Jahre warten. Hannes Schrimpf, fand schließlich eine Lehrstelle für sich, im 12. Wiener Gemeindebezirk. Und zwar in der Steinbauergasse, die wie ich in meinen alten Konditorjahrbüchern ersehen konnte, fast ein kleines Mekka, von Süßwarenherstellern und Zuckerbäckern war. Zufällig, war Hannes Schrimpf, wie er mir vor kurzem erst erzählte, auch der Sitzbank Nachbar meines Vaters in der Berufsschule für Zuckerbäcker, Konfekthersteller, Gefrorenes Erzeugern, Lebzeltern und Kanditen Hersteller!

Mit großem Eifer, großer Freude und großer Leidenschaft, entwickelte sich Hannes Schrimpf, zu einem Zuckerbäcker der Sonderklasse. Nicht zuletzt dadurch, dass er sich durch den Besuch von vielen Seminaren immer wieder weiter bildete, um schließlich nach dem Ablegen der Meisterprüfung, bald selbst, einige Generationen von jungen Kollegen und Kolleginnen fortzubilden. Da Hannes Schrimpf in seinen jungen „wilden“ Jahren auch immer wieder auf Saison (Bad Gastein in Salzburg oder beim Zauner in Bad Ischl) sein Können bewies und erweiterte, wurde er auch zum wahren Meister der warmen österreichischen Mehlspeisenküche.

Beim „Papa Schmohl“, wie ich ihm noch Kennenlernen durfte – ich hatte Walter Schmohl noch als Vorsitzenden bei meiner Gesellenprüfung  – fand Hannes Schrimpf, eine bzw. die Stelle als Meister und prägte über Jahrzehnte ganz gewaltig das süße Angebot der altehrwürdigen Café-Konditorei im 1. Wiener Gemeindebezirk. Und genau zu den Schaufenstern der „Schmohl Konditorei“, zog es mich während meiner Lehrzeit sehr sehr oft hin, um auch noch schnell durch die Glaseingangstüre einen Blick auf die Torten- und Kuchenvitrine zu erhaschen. Denn ich wußte von meinem Vater, dass dort ein besonders guter Zuckerbäckermeister tätig war: „Hannes Schrimpf!“

 

Abschließend, für diejenigen unter Ihnen, die noch ein bisserl mehr über die süße Kunst, Windmasse so zu dressiern, dass daraus liebliche Figuren entstehen – sehen möchten – noch einige Fotos und ein Videomitschnitt aus der Backstube von Backen mit Dir, zu der Arbeitsweise vom „Zuckerbäcker“ Hannes Schrimpf!

Vielleicht bis bald,

Ihr

Michael Mantl-Mussak

Wie ich mir dann, nach einigen Tagen, die verschiedenen Videosequenzen für meinen nachfolgenden Zusammenschnitt angesehen hatte, ist mir noch mehr die unglaubliche fachliche Leistung von Herrn Schrimpf bewußt geworden! Mir ist kein Zuckerbäcker in Österreich (oder überhaupt!) bekannt, der diese süße Kunst, auch nur annähernd heute noch so beherrscht.