Seit letztem Jahr, ist der 1. Dezember zu einem Tag geworden, wo ich im besonderen an einen Menschen denke, den ich eigentlich nicht wirklich gut gekannt habe. Und doch gut genug, aus unseren 4 Gesprächen pro Jahr, wenn er als Dachdeckermeister, auf das Dach meiner alten Backstube in Wien gestiegen ist, um Schäden zu beseitigen und die mit Laub verlegten Dachrinnen zu säubern. Er war ein stiller, auf wenige Werte reduzierter Mann, hochintelligent und ein Weltphilosoph, der mit nur 52 Jahren, alleine und unbemerkt in seiner Wohnung, im Oktober 2014, verstorben ist.

Jedes Jahr, kurz vor dem 1. Dezember, hatte er immer seinen Kunden – so auch mir – einen kleinen Adventskalender (A5) zugesandt und das hat mir wahnsinnig viel bedeutet. Zum Glück bzw. Gott sei Dank, hatte ich ihm das in den letzten Jahren, immer wieder mitgeteilt. Warum hat mir seine kleine Geste soviel bedeutet?! Weil es der einzige Adventskalender war, den ich jedes Jahr bekommen habe. Und ich habe mich über 24 Tage im Dezember gefreut, um jeden Tag in der Früh, gleich als erstes nach dem Aufstehen, eines von diesen kleinen Fensterchen aufmachen zu können.

BackenMitDir.at unterwegs – in die Vergangenheit

Michael Mantl-Mussak

Roman Ratka